Wir über uns

Schiebewände aus Holz und Papier? Hört sich unspektakulär an. Doch die Herstellung richtiger ­japanischer Shojis ist eine echte handwerkliche Kunst. Das weiß man spätestens, wenn man Bernhard Risch in seiner Werkstatt besucht.

von Lutz Odewald
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Dazu ist, wenn man aus dem Norden kommt, erst einmal eine halbe Weltreise nötig. Doch schließlich geht es auch um eine Spezialität, für die man sonst nach Japan reisen muss. Und da liegt Titting-Kaldorf in der südlichen Frankenalb fast wieder um die Ecke.

Über uns

Inmitten eines kleinen Fleckens findet man den Betrieb von Bernhard und Maria Risch. Von außen fast ein wenig unscheinbar. Ein typischer Landschreiner. Das Büro in einem Anbau, der Werkstattneubau leicht versteckt hinter der alten Scheune. Doch wer die Tür zum Betrieb öffnet, der wird schnell eines Besseren belehrt.

Aufwendige Vorarbeit
Denn Bernhard Risch hat sich auf die Fertigung japanischer Schiebewände spezialisiert. Und damit eine Lücke für seinen Betrieb gefunden, die in Deutschland kaum Nachahmer findet. Warum? „Die Fertigung von Shojis ist extrem aufwendig“, erklärt der findige Schreiner. „Das beginnt schon beim Stamm, den ich vor der Bearbeitung im Sägewerk selber aussuchen muss.“ Das Holz, traditionell meist Nadelholz, muss fehlerfrei sein und darf sich auch bei der Trocknung nicht verziehen. Ein eigener Trocknungsofen sorgt dafür, dass die Leisten ihr Wasser optimal verlieren.

Bildergalerie zu „Der Shoji-Meister“

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Sind die Leisten trocken, werden sie auf die richtigen Formate gebracht: „Wir können Elemente bis zu 310 Zentimeter Höhe herstellen. Eine maximale Breite von 92 bis 95 Zentimetern überschreiten wir aber nicht.“ Das ginge nämlich zum einen auf Kosten der Stabilität. Und es würde zum anderen die Symmetrie der Shojis zerstören. Schließlich dienen die mit Papier bespannten Sprossenkunstwerke in Japan nicht nur dem bloßen Verschließen und Trennen von Räumen, sondern ordnen sich auch der traditionellen Bauweise unter. Und die richtet sich stark an philosophisch orientierten Idealmaßen aus.

Barfuß in der Werkstatt
Meister Risch kennt sich aus. Der bayerische Schreiner war schon in Japan, hat dort etliche Werkstätten in Augenschein genommen. „In traditionellen Betrieben müssen sogar die Schuhe ausgezogen werden.“ Barfuß in eine Tischlerwerkstatt? Was dem deutschen Handwerker ein Graus, hat in Fernost praktische Ursachen: „In Japan wird der Oberfläche eine extreme Aufmerksamkeit gewidmet. Und es wird überhaupt nicht geschliffen.“ Die alten Holzbauer hobeln dort jedes Werkstück, filetieren es geradezu. Und damit die dann entstehende Oberfläche ja nicht beschädigt wird, soll kein Sandkorn in die Werkstatt gelangen. Also: Schuhe aus!

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